Interview mit
Barbi Marković und Sebastian Fasthuber

Dieser Sommer bringt ein poetisches Feuerwerk

Autorin Barbi Marković und Kulturjournalist Sebastian Fasthuber wählen für den Kultursommer Wien Sprachkünstler:innen aus, die ab Juli für wortgewaltige Abende unter freiem Himmel sorgen. Im Mittelpunkt dabei steht immer die Sprache selbst: Ästhetisch, mitreißend und abwechslungsreich soll es sein. Die beiden Expert:innen ließen sich im Gespräch mit uns in die Karten blicken.
Was zeichnet euer Genre aus?

Barbi Marković (BM): Unser Genre sind literarische Lesungen. Das bedeutet oft, ein Mensch liest für andere Menschen aus einem Buch. Klingt einfach, kann aber Leben verändern.

Sebastian Fasthuber (SF): Literatur ist geduldig. Sie ist aber oft auch aktuell und brisant.

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Künstler:innen aus?

SF: Primär nach ästhetischen Kriterien. Die Sprache ist das Wichtigste. Natürlich zählen auch spannende Themen und Plots. Und: Die Mischung macht’s.

BM: Unser Ziel war, möglichst viele zu nehmen. Alle! Das war dann doch nicht erlaubt. Unser zweites Ziel war, ein gutes Programm zusammenzustellen, mit spannenden Auftritten prägnanter Vertreter:innen der zeitgenössischen Literaturszene.

Worauf freut ihr euch beim Kultursommer Wien 2022?

SF: Am liebsten würde ich überrascht werden. Und ich freue mich auf Begegnungen bei schönem Wetter und weißem Spritzer.

BM: Ich stelle mir das im Moment sehr idyllisch vor: Sommer, angenehme Temperatur, alles grün, Menschen lachen, und jemand liest etwas Interessantes.

Wie überbrückt ihr die Zeit bis zur Eröffnung am 1. Juli?

 

SF: Meine Board-Kollegin Barbi Marković, Sabine Scholl und andere Autorinnen lesen und sprechen am 30. und 31. Mai in der Alten Schmiede über „Klasse und Literatur“, also über Fragen wie Herkunft und Privilegien – immer noch und mehr denn je ein wichtiges Thema.