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Elisa Lapan, Paul Schuberth

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Veranstaltungskategorie:

Musikgeschichte, NS-Geschichte

31. Juli 2022 / 18:30―19:30 / 22. Janis-Joplin-Promenade
Veranstaltung-Tags:
,

Weitere Angaben

Sprache
deutsch, englisch
Location
Janis Joplin Promenade
Bandname
Lesung und Musik: Musikalische Gewalt in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern
Act-Titel
Elisa Lapan, Paul Schuberth
Schlagworte
Musikgeschichte, NS-Geschichte
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privat

Lesung und Musik: Musikalische Gewalt in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Kultivierte Barbarei: Musikalische Gewalt in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern – Lesung mit Musik. Wer das Stichwort Musik im Konzentrationslager hört, denkt wohl zuerst an das „reiche“ Kulturleben im Lager Theresienstadt oder an Lagerlieder wie z.B. „Die Moorsoldaten“. Es sind hauptsächlich solche Aspekte dieses Themas bekannt, bei denen Musik mit Hoffnung und Widerstand verknüpft ist. Die Kehrseite davon ist angesprochen, wenn von „musikalischer Gewalt“ (ein Begriff der Historikerin Juliane Brauer) oder „musikalischem Sadismus“ (Alexander Kulisiewicz, „Lagersänger“ und Historiker) die Rede ist. Diese Begriffe sind keine effektvolle Übertreibung: In den Händen der SS-Mannschaften geriet Musik zum Folterinstrument, sei es in Form des Zwanges zum Singen, der Beschallung des Lagergeländes mit nationalistischen Liedern, der musikalischen Untermalung von Exekutionen oder in Form der Ablenkung von Opfer, Täter und möglichen Zeugen. Wie Musik als Mittel des Terrors herhalten musste; wie sie in den Prozess der Vernichtung durch Arbeit eingespannt wurde, ja ihn sogar reibungsloser funktionieren ließ; darüber will dieser Vortrag Auskunft geben. Zu einem Vortrag solchen Inhalts Musik zu spielen, ist eine Gratwanderung. Sie darf nicht als Balsam für die Seele nach den furchtbaren historischen Tatsachen gebraucht werden. So spielen Elisa Lapan und Paul Schuberth, manchmal als Kontrast, manchmal aber zur Verdeutlichung, Stücke von u.a. Józef Koffler, Jean Wiener, Hanns Eisler, Paul Abraham …
Dieser Vortrag geht auf einen Vorschlag des Mauthausen Komitee Steyrs zurück.

Paul Schuberth (*1994) gehört zu den vielen jungen, interessierten Akkordeonspielern Österreichs. Seit 2007 macht er regelmäßig die Bühnen Österreichs unsicher, tourte aber auch durch Europa, Asien und Afrika. Regelmäßig tritt er u.a. mit den Ensembles „trio akk:zent“, „Duo Dinovski/Schuberth“, „Belofour“ und „Duo Vakkordeonioline“ auf, und kooperiert bei anderen Projekten mit Künstler:innen wie Paul Gulda, Otto Lechner, Bratko Bibič, Thomas Gansch, Bertl Mütter, Andrej Prozorov, Christopher Haritzer, Jelena Popržan, … Nebenbei veröffentlicht er als Verfasser von Beiträgen zu kulturpolitischen und gesellschaftlichen Themen in Zeitschriften wie Augustin, Versorgerin, konkret, Phase 2, Volksstimme.
Hier ein Beitrag zur musikalischen Gewalt in den Lagern, veröffentlicht in den Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft: https://www.klahrgesellschaft.at/Mitteilungen/Schuberth_1_22.pdf

Elisa Lapan (*1996) ist eine österreichische Saxofonistin, Dirigentin und Musikpädagogin. Sie schloss ihre Bachelor Studien in klassischem Saxofon mit Schwerpunkt Jazzsaxofon an der ABPU in Linz ab und setzte ihren Master an der Royal Academy Of Music, Aarhus (Dänemark), in Saxofon und Ensembleleitung fort. Elisa ist Mitglied bei SAX OF(F) ON und Orginel² & Saxobefont. Neben reger Konzerttätigkeit und erfolgreichen Teilnahmen bei Wettbewerben (Musica Juventutis, 3. Platz beim internationalen Louis-Spohr Holzbläserwettbewerb in Kassel) ist sie als Saxofonlehrerin an der Musikschule der Stadt Linz tätig und hält Workshops zum Thema Soundpainting.

Paul Schuberth: Text, Vortrag, Akkordeon
Elisa Lapan: Vortrag, Saxofon